Das Projektmanagement, verteufelt und trotzdem notwendig

Projektmanagement ist eines der Lieblingsthemen von Dozenten. Wenn Sie sich an einer höheren Fachschule, Fachhochschule oder an der Universität in den Fächern BWL oder ICT weiterbilden, werden Sie früher oder später mit dem Fach Projektmanagement konfrontiert. Auch wenn Sie wenig Erfahrung darin haben, wird Ihnen schnell auffallen, dass Theorie und Praxis in der Regel weit auseinanderklaffen. Dies gilt meines Erachtens auch für das Change Management als übergeordnete Disziplin.

Vom Groben ins Detail

Es liegt auf der Hand: Eine strukturierte, zielorientierte Vorgehensweise bei komplexen Sachverhalten macht Sinn und ist häufig effizienter und effektiver. Trotzdem scheint die konsequente Umsetzung wenig Begeisterung hervorzurufen. Kann man sich zu Beginn auf ein Projektziel einigen, wird es im Laufe des Projektes immer schwieriger, dieses nicht aus den Augen zu verlieren. Vom Groben ins Detail und nicht umgekehrt wäre die Devise.

Wenn Sie folgende Punkte beachten, werden Ihre Chancen, sicher und unbeschadet im Hafen der erfolgreichen Projektmanager einzulaufen, deutlich erhöht:

  1. Schlanke und eindeutige Projektorganisation
  2. Aktives Projektmarketing
  3. Starke Gewichtung der IST-Analyse
  4. Keine Duldung von Projektsabotage
  5. Übermässige Arbeitslast auf Schlüsselpersonen vermeiden

Prozesse und Unternehmenskultur

Nicht vergessen: Zeitintensive, abteilungs- bzw. fachbereichsübergreifende Projekte zeigen auf, wo die bis dato unentdeckten Schwachstellen im Unternehmen sind und können helfen, die Prozesse und Unternehmenskultur nachhaltig zu verbessern!

Projekte laufen häufig nebenbei. Ähnlich wie wenn Sie in einer Bar sitzen und die Hintergrundmusik erst dann wahrgenommen wird, wenn sie zu laut oder so gar nicht dem Gusto der Anwesenden entspricht. Dabei erfordert jedes noch so kleine Projekt die volle Aufmerksamkeit der Projektbeteiligten, im Speziellen die des Projektmanagers bzw. der Projektmanagerin. Nur so kann das gewünschte Ziel erreicht werden. Ansonsten gilt der Leitsatz: Besser keine Veränderung als eine schlechte (oder schlecht begleitete bzw. realisierte).

Eindeutige Projektorganisation

Ich habe bei meiner vorangehenden Aufzählung bewusst nur fünf Punkte ausgewählt. Ich gehe davon aus, dass die Begriffe Projektmanagement und Change Management in den letzten Jahren überstrapaziert wurden und eine Vereinfachung dringend notwendig ist. Im Deutschschweizer Jargon auf den Punkt gebracht: „Liefere statt lafere“. Am besten konzentriert man sich bei kleineren Projekten auf die Basics wie bspw. das Erstellen einer eindeutigen Projektorganisation mit Stellvertreterregelung. Informelle Strukturen, die einzig ahnen lassen, wer zuständig ist und wer nicht, fördern Unsicherheit und somit auch Projektsabotage.