Digitale Transformation – it’s time to change!

Beim Thema „Digitale Transformation“ ist mir folgendes Phänomen aufgefallen: Diejenigen, die es am meisten treffen wird, nehmen es eher gelassen. Und diejenigen, die heute schon überdurchschnittlich fit und erfolgreich am digitalen Markt agieren, scheinen ihre Investitionen hauptsächlich in diese Richtung zu tätigen.

Ich würde hier gerne Parallelen zur Musikindustrie anfangs des 21. Jahrhunderts ziehen. Sämtliche Anbieter von rein digitalen Inhalten wurden anfangs belächelt, und es wurde alles unternommen, um die Entwertung des physischen Produktes zu verhindern. Wie wir wissen ohne Erfolg. Stattdessen haben grosse Player aus anderen Branchen (wie z.B. Apple) begonnen, den Musikmarkt aufzumischen. Die Innovationskraft kam nicht von denen, die nahe bei den Urhebern des Kernproduktes, den Künstlern, waren.

Detailhandel

Aktuell denke ich, dass der traditionelle Detailhandel aufgrund der nach wie vor stattlichen Anzahl an Besuchern in den physischen Shops ein viel zu romantisches Bild über das künftige Kundenverhalten malt. Sehr teure Standorte werden für viel Geld aufpoliert und manche denken, mit einem professionellen Online-Shop als zusätzlichen Verkaufskanal und kurzen Lieferzeiten die Herausforderung angenommen zu haben.

Ausgerechnet die Schweizerische Post schreitet diesbezüglich mutig voran und setzt sich mit dem geplanten Abbau von Poststellen bei gleichzeitigem Ausbau der digitalen Dienstleistungen harscher Kritik aus. Es stellt sich die Frage, warum reagieren Unternehmen mit Marktführerstellung bei Paradigmenwechseln häufig mit Schockstarre (vgl. Nokia und Smartphone), währenddem andere die Chance nutzen, Marktanteile zu gewinnen?

Unternehmenskultur

Ein wichtiger Faktor in diesem Zusammenhang sehe ich in der Grösse von Unternehmen. Ein Supertanker kann nun mal nicht so schnell manövrieren und bremsen, wie ein kleines Rennboot. Einige dieser grossen Schiffe sind trotzdem auf Kurs. Was ist deren Geheimnis? Haben sie die besseren, weitsichtigeren Kapitäne bzw. Führungskräfte? Ich glaube nicht. Es ist vielmehr die Unternehmenskultur, welche Veränderungen nicht nur ruckartig zulässt, sondern stetig fordert und fördert. Change Management im Einklang mit möglichst allen Anspruchsgruppen. Ein Spagat, der zweifelsohne nicht einfach, aber letztendlich zielführender ist, als me-too-Strategien zu leben, in der Hoffnung, den Anschluss nicht zu verpassen.